Römische Wasserleitung - Aquädukt

Lange hat man gerätselt, ob dieses Wasserkastell jemals
eine wirkliche Funktion besessen hat. Denn: Wasser ist im Schlossgarten ein
allgegenwärtiges Metapher als lebensspendender Quell, zumal durch Schwetzingen
kein natürlicher Fluss - außer "der Leimbach" fließt.

Der Schloßgartenkenner und Buchautor Dr. Claus Reisinger beschreibt
die Anlage als Collage mit Vorbildern aus der Antike: Brücken, Brunnen mit
Triumphbogen-ähnlichen Öffnungen in italienischen Renaissance-Gärten.
"Die Einleitung des Wassers in den Garten ... kommt durch ein Bauwerk,
das halb Stadttor, halb Triumphbogen ist, in den Park."
Das Fertigstellungsjahr ist vermutlich 1781. Das Kastell ist eine mehrgeschössige
Ruine, an die rechts und links je zwei Wasserleitungen angrenzen, wobei die
rechte halbkreisförmig die Gartengrenze umzäunt und einen Platz
mit einem Obelisk umschließt. Ein drittes Aquädukt geht hinter
dem Gebäude zum Wasserwerk; es ist noch in Betrieb. Ein Bach fließt unter
dem Kastell durch.
Auf das obere Stockwerk des Kartells gelangt man über eine finstere Treppe.
Von hier aus hat man einen schönen Blick auf das Umfeld des Schlossgartens,
die verzweigten Wasserkanäle und Fußwege inmitten "wilder"
Natur im Park und gepflegte private Kleingärten.
Tipp: Wer Zeit und Muse hat, macht hier einen Spaziergang - oder eine kleine
Fahrradtour - außerhalb des Gartens, ein beliebtes Naherholungsziel
der Einheimischen.


